Samstag, 17. April 2010

Method Man, Ghostface Killah & Raekwon - Wu-Massacre


Release Date:
30. März 2010

Label:
Def Jam Recordings / Universal Records

Tracklist:
01. Criminology 2.5
02. Meth Vs. Chef 2
03. Ya Moms (Skit)
04. Smooth Sailing (Remix) (Feat. Solomon Childs & Streetlife)
05. Our Dreams
06. Gunshowers (Feat. Sun God & Inspectah Deck)
07. Dangerous
08. Pimpin' Chipp
09. How To Pay Rent (Skit) (Feat. Tracy Morgan)
10. Miranda
11. Youngtown Heist (Feat. Trife Diesel, Sheek Louch & Bully)
12. It's That Wu Shit

Review:
Es ist ohne große Mühe das meisterwartete Album des Jahres (zumindest bisher). Seit der Ankündigung im Sommer des letzten Jahres konnte die Kollaboration von Method Man, Ghostface Killah und Raekwon trotz kurzer Zeit einen enormen Hype aufbauen. Man hat noch die Differenzen mit dem RZA im Hinterkopf, doch wurde von allen drei explizit betont, dass das "Wu-Massacre" keinen Ableger darstellt, dass hiermit keine neue Gruppe gegründet wird und dass in den Titel keine internen Streitigkeiten hineininterpretiert werden sollten. Dieses Projekt sei für die Fans, was ein grandioses Cover-Artwork und drei streng limitierte Sammlerauflagen noch unterstreichen.

WRITTEN FOR Rap4Fame
Bei Betrachtung der Tracklist ahnt man es schon: ein Dutzend Songs, zwei Skits - dieses Album dauert nicht allzu lange, was bei einer Spielzeit von einer halben Stunde noch blumig formuliert ist. Weiterhin verwunderlich ist, dass die Scheibe ohne größere Verzögerungen ihren Weg in die Läden finden konnte. Dass das Wu-Trio die Herren von Def Jam im Nacken hatte, liegt nahe und bestätigte sich spätestens dann, als Method Man offen zugab, "Wu-Massacre" sei eine etwas gehetzte Angelegenheit. Doch das muss noch lange nicht heißen, dass man es hier mit minderwertigem Material zu tun hat, schließlich schwebt Raekwon noch auf der Wolke, auf die ihn die HipHop-Gemeinde nach seinem letzten Album gesetzt hat, während er zusammen mit Mef und Ghost die mitunter schillerndsten Gestalten des Clans ausmacht, die ganz nebenbei allesamt auch noch höchst potent am Mic sind. Was sie sich dabei gedacht haben, "Criminology 2.5" als Einstieg zu wählen, will sich mir allerdings nicht eröffnen. Das geringfügig vom Original abweichende Instrumental zeugt nicht von voreiligem Album-Release, sondern von Einfallslosigkeit - Retroeffekt hin oder her, wenn es schon nur 30 Minuten sind, dann bleibt kein Verständnis für das Aufkochen alter Klassiker. Doch ganz in diesem Sinne und im derzeitigen Wahn der zweiten Teile gibt es im Anschluss "Mef Vs. Chef 2", das mit dem Original allerdings wenig zu tun hat. Neben diesem soliden Instrumental ist Mathematics mit zwei weiteren Beiträgen am häufigsten vertreten. Meister RZA trägt dagegen nur ein einziges Mal bei, nämlich in Begleitung eines Micheal-Jackson-Samples in "Our Dreams", das zwar solide ist, aber auf einem Massaker wenig verloren hat. Thematisch schon eher ansprechend ist "Youngstown Heist", während sich eine neue Frage aufdrängt: Ist es wirklich im Sinne der Sache, nur Ghostface und die drei Gäste von ihrem Raubzug erzählen zu lassen? Auf lediglich drei Tracks sind Mef, Ghost und Rae als Trio vertreten (nicht auf "Criminology 2.5", wie auf dem Backcover fälschlicherweise angegeben) - das ist schlichtweg zu wenig. "Pimpin' Chipp" ist ein Ghost-Solo, das von Chipp und seiner Bottom Bitch erzählt. Das ist allerdings schnell vergessen, wenn das Trio zum besten Track aufläuft und von der jeweiligen Begegnung mit "Miranda" berichtet. Hier stimmt Mathematics' Piano-Beat, hier herrscht echtes Wu-Feeling. Ebenfalls stark ist "Gunshowers", in dem Ghost Seite an Seite mit seinem Sohn rappt, während "Dangerous" etwas zu lahm ausfällt. Mit "It's That Wu Shit" findet sich kein alltäglicher, ein oldschooliger Ausstieg, der durchaus seinen Charme hat.

"Wu-Massacre" ist weniger ein Album für die Fans als ein Album für Def Jam, das vom "OB4CL2"-Hype wohl noch ein wenig profitieren wollte. Doch gerade Raekwon ist nicht gerade präsent. Erwartet man also ein Album von Meth, Ghost und Rae als Trio, so kann man nur enttäuscht werden. Wer die Scheibe einwirft, der sollte sich schon zuvor damit abfinden, nicht auf jedem Track alle drei Wu-Emcees zu hören. Dann kommt immer noch der Umstand hinzu, dass seitens der Instrumentals viel zu viel Mittelmaß geboten wird. Harte Tracks sind sowieso Mangelware. Seitens der Lyrics bekommt man die gewohnt starke Vorstellung. Doch das reicht leider nicht, um das "Wu-Massacre" davor zu bewahren, eine (kleine) Enttäuschung zu sein.

5.8 / 10

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